Tabelle 8 OL: Verfügbarkeit von freiwilliger HIV-Beratung und HIV-Tests (VCT) sowie von HIV-Behandlung

(VCT und HIV-Behandlung)

Freiwillige Beratung und Tests (VCT)

HIV-Behandlung/HAART-Behandlung (hochaktive antiretrovirale Kombinationstherapie)

Behandlung: Probleme, Lösungen

Belgien (2000/2002)

Vier spezialisierte Stellen in Wallonien/Brüssel und die meisten Drogendienste in der Flämischen Gemeinschaft, kostenlos bzw. bis max. € 10.

Im flämischen Teil Belgiens verfügbar und von Krankenversicherung übernommen. 4 % der HIV/AIDS-Patienten sind Drogenkonsumenten; 50 % machen eine HAART-Behandlung. Für den übrigen Teil Belgiens liegen keine Informationen vor.

Probleme liegen in der mangelnden Kooperationsbereitschaft der Patienten sowie in der hohen Zugangsschwelle der Behandlungsdienste. Ein Kooperationsprotokoll zwischen Drogen- und HIV/AIDS-Behandlungsdiensten ist erstellt worden (Flämische Gemeinschaft).

Deutschland (2001)

Kostenlos in 420 öffentlichen Gesundheitsämtern angeboten, Krankenversicherung übernimmt Kosten bei praktischen Ärzten und Aids-Diensten, wenn Anzeichen für eine HIV-Infektion vorliegen, über 130 Aids-Dienste und weitere Drogendienste bieten Beratung an.

Verfügbar und von Krankenversicherung übernommen. Probleme, IDK zur Aufnahme einer Behandlung zu motivieren, und in Bezug auf die Kooperation der Patienten.

Zugang zu injizierenden Drogenkonsumenten (IDK); IDK zur Aufnahme einer Behandlung zu motivieren, Kooperationsbereitschaft. Wechselwirkung mit einer Substitutionsdroge oder anderen Medikamenten. Empfehlung: Veränderung der Behandlungsmodalitäten, um die Befolgung zu erleichtern.

Griechenland (2002)

Tests in allen öffentlichen Krankenhäusern und im Fachzentrum (KEEL), plus Beratung. Kostenlos, wenn sozialversichert; sonst € 20.

Kostenlos, leicht zu bekommen, auch ohne Sozialversicherung (niedrige Prävalenz von HIV).

Keine Informationen.

Spanien (2001)

In allen (> 2 000) Centros de Atención a los Drogodependientes (spezialisierte Drogenhilfsdienste, einschließlich Ambulanzen, Klinikabteilungen, Methadon-Erhaltungstherapie-Programme (MMT), aber ohne therapeutische Gemeinschaften) in allen autonomen Regionen und Städten.

In Krankenhäusern und für alle Staatsangehörigen kostenlos (nationales Gesundheitssystem). Größere Krankenhäuser haben eine Fachabteilung für HIV.

Ausgrenzung injizierender Drogenkonsumenten; Komplexität der Behandlung und schwierige Lebensbedingungen injizierender Drogenkonsumenten.

Frankreich (2002)

Anonyme und kostenlose Beratung sowie unentgeltliche Tests werden vielerorts angeboten (> 400 Standorte). Spezielle Programme für schwer erreichbare injizierende Drogenkonsumenten.

In fast allen städtischen Gebieten verfügbar und kostenlos.

Informationsmangel unter injizierenden Drogenkonsumenten, Einstellung injizierender Drogenkonsumenten. Lösung: spezielle Beratungsprogramme für Drogenkonsumenten.

Irland (2002)

Weitgehend kostenlos verfügbar.

Vier Krankenhäuser, kostenlos. Probleme, IDK zur Aufnahme einer Behandlung zu motivieren, und in Bezug auf die Kooperation der Patienten.

Notwendigkeit verstärkter Information der Drogenkonsumenten über Behandlungsmöglichkeiten; Kooperationsbereitschaft bei der Behandlung. Verhaltensänderung bei den Anbietern von Diensten.

Luxemburg (2002)

Zwei Teststellen, kostenlos und anonym (beide in Luxemburg-Stadt). Es sind spezielle Präventionsstrategien für in Luxemburg lebende Portugiesen entwickelt worden.

Zwei Krankenhäuser, kostenlos. 25 % der Aids-Patienten und 17,5 % der Patienten im Aids-Vorstadium sind injizierende Drogenkonsumenten. Kosten im Jahr 2000 etwa € 12 400.

Keine.

Niederlande (2001)

Angeboten, aber oft nicht anonym (Drogendienste).

„Alle spezialisierten Stellen“ und kostenlos (für niederländische Staatsbürger mit Krankenversicherung).

HAART lässt sich nur schwer mit der täglichen Routine von Drogenkonsumenten vereinbaren.

Österreich (2002)

Überall leicht zugänglich, kostenlos (Aids- und Drogenhilfsdienste).

Acht Kliniken über das ganze Land verteilt; die meisten, jedoch nicht alle injizierenden Drogenkonsumenten sind versichert; oft später Behandlungsbeginn. Kosten: € 13 080 jährlich; zwischen 20 und 25 % aller neuen HAART-Patienten sind injizierende Drogenkonsumenten.

Kosten, Zugang zu Gesundheitsdiensten, Kooperationsbereitschaft bei der Behandlung. Durch die Bereitstellung niedrigschwelliger medizinischer Dienste wurden gute Ergebnisse erzielt.

Portugal (2002)

Netzwerk von 20 anonymen und kostenlosen Einrichtungen für Beratung und Tests in den meisten Bezirkshauptstädten. Kostenlose Tests in allen öffentlichen Gesundheitszentren, jedoch nicht anonym. Regelmäßige Tests von neuen Häftlingen. Proaktive Herangehensweise an injizierende Drogenkonsumenten durch aufsuchende Teams in allen Bezirken.

Verfügbar und von Krankenversicherung übernommen. Verfügbar und von der Krankenkasse übernommen. Bei den verschiedenen Untergruppen von HIV-positiven Drogenkonsumenten sind die Behandlungsraten seit 2000 gestiegen und liegen bei 28 % (Entgiftungspatienten), 44 % (spezialisierte Drogenhilfszentren) und 69 % (therapeutische Gemeinschaften).

Mangel an Informationen über Behandlungsmöglichkeiten; Vergabe von Medikamenten nur durch Krankenhäuser, einmal monatlich. Bedarf an weiteren lokalen Vereinbarungen zwischen Drogendiensten und Krankenhäusern, die auf eine stärkere Dezentralisierung und Einhaltung der Behandlung durch die Patienten abzielen.

Finnland (2002)

Kostenlos und anonym in 10 spezialisierten Aids-Hilfezentren, in Spritzenaustauschprogrammen und im gesamten Netz der Basisgesundheitsdienste. Die aufsuchende Drogenarbeit mit schwer erreichbaren Gruppen wurde weiter verstärkt.

Von allen zentralen Krankenhäusern und Universitätskliniken kostenlos angeboten; noch nicht viele Fälle. Eine neue niedrigschwellige Abteilung für HIV-positive Drogenkonsumenten bietet umfassende Betreuung einschließlich medizinischer Behandlung und Unterkunft an.

Kooperationsbereitschaft der Patienten.

Schweden (2000)

50–60 Stellen; kostenlos, jedoch nicht anonym, wenn seropositiv.

Kostenlos.

Kooperationsbereitschaft der Drogenkonsumenten bei der Behandlung, speziell für aktive Drogenkonsumenten und Wohnsitzlose.

Vereinigtes Königreich (2002)

Wird in den meisten STD/GUM-Diensten (Fachzentren für sexuell übertragbare Krankheiten, Gynäkologie und Urologie) kostenlos angeboten. Auch bei praktischen Ärzten, in den Abteilungen für Infektionskrankheiten der Krankenhäuser und in Haftanstalten erhältlich.

Behandlung verfügbar und kostenlos. Die Zahl der Behandlungsplätze (bei praktischen Ärzten, Kliniken für Gynäkologie und Urologie, großen Krankenhäusern) stieg von ca. 100 im Jahr 1999 auf 257 im Jahr 2001, davon wurden 100 von Drogenkonsumenten in einer HAART-Behandlung in Anspruch genommen. Von den insgesamt 15 451 HAART-Patienten sind 528 (3,4 %) Drogenkonsumenten. 65 % von ihnen befinden sich im Aids-Vorstadium.

Keine Informationen.

Norwegen (2002)

Im ganzen Land anonym und kostenlos verfügbar.

Spezialkrankenhäuser, Kosten übernimmt Versicherung. Aktive Drogenkonsumenten nicht zugelassen, nur Drogenkonsumenten in Substitutionsprogrammen; 10 % der gegenwärtigen HAART-Patienten sind injizierende Drogenkonsumenten.

Damit Stabilität gewährleistet ist, sollte der überwiegende Teil der injizierenden Drogenkonsumenten, denen eine HIV-Behandlung angeboten wird, an einem Methadon-Programm teilnehmen.

Quelle: Standardtabelle 10 und Nationale Berichte (für das jeweils angegebene Jahr).